Christophs Weinlese - Flüsse der Genüsse

Eine kulinarische Entdeckungsreise

 
 

Ein paar Worte zum Anfang

Sprache kann ja so verräterisch sein – auch und gerade beim Wein. Sie kann dazu dienen, die eigene Gruppe gegen „Eindringlinge“ abzuschotten; sie kann aber auch dazu beitragen, Geschichte und Geschichten so ins Land zu tragen, dass sie (fast) jeder versteht.

weinrebeDas soll Aufgabe dieser Website sein: vom Wein erzählen, von denen, in deren Händen dieses Geschenk der Natur seine Reife und Feinheit gewinnt. „Weinlese“, so der Name der Website, soll im besten Sinne ein Nachrichten-Kanal sein, ein Medium, das berichtet und bisweilen kommentiert, das aber keine Marketing- und sonstigen kommerziellen Interessen verfolgt. Es ist ein gewissermaßen schlankes Medium, das nicht mit so komplexen Angeboten wie etwa einer Verkostungsdatenbank aufwarten kann. Pure Geschichten von einem puren Getränk Darum soll es gehen. Wein, deutscher allzu mal, braucht sich nun wirklich nicht hinter Begriffsnebeln zu verstecken. Eine Sprache, die verschleiert, wirkt eher verdächtig als dass sie den, der ihre Sirenenklänge hört, betört.

Aber diese Sprache darf wenigstens subjektiv sein, darf von Eindrücken handeln und nicht nur von objektiven Fakten. Denn Wein ist immer vor allem eines: Geschmackssache – und das so radikal, wie das sonst nur für Honig und Käse gelten kann. So muss denn Schreiben über Wein nicht nur Geist und Verstand des Lesers, sondern auch und vor allem seine Sinne ansprechen. In dieser Hinsicht unterliegt der Wein einer ähnlichen Kritik wie Werke der Bildenden Kunst – immer anfechtbar, immer aber auch (zumindest im günstigsten Fall) unterhaltsam und anregend. Dieses Parallele besteht aber nicht nur zwischen dem Getränk und der Weise, es zu schildern. Winzer und alle anderen Menschen, die dazu beitragen, dass aus den Trauben am Rebstock schließlich der Wein im Glase wird, bleiben genau so im Blickfeld.

In diesem Sinne wollen „Reiner Wein“ und sein Redakteur nicht so sehr selber Akteur sein, sondern vielmehr dem Wein und denen, die ihn leben, Raum bieten. Nacht und nach werden diese Geschichten online gehen und zunächst einmal das Geschehen in den Regionen Deutschlands darstellen. Sie werden erzählen von dem, was sich entlang von Mosel, Main und anderen Flüssen, an den Hängen der Pfalz und anderswo tut. Auch um Produkte, die zur Wein-betonten Lebensart passen, soll und wird es gehen.

Denn wie es auch immer ist mit Riesling, Spätburgunder & Co.: Es ist immer auch anders.

neues aus der Weinlese

  • Moselherbst 2014
    08. November 2014
    Moselherbst 2014

    Hektoliter, Zahl der Betriebe, Anbaufläche insgesamt: Es gibt viele Kriterien, die Bedeutung einer Weinregion zu messen. Doch alle diese Gesichtspunkte greifen zu kurz, da sie nur Vergangenheit und Gegenwart charakterisieren können.

    Wenn es aber um die Zukunft geht, werden die Zahl junger Winzer und ihre Fähigkeit, ihre Region und das, was sie ausmacht, zu erneuern. Opas und Papas Weinkultur hat sich schließlich irgendwann einmal überlebt. Wenn es um diesen innovativen Zug geht, liegt die Mosel ziemlich weit vorne: Viele junge Betriebsinhaber, die für frische Impulse sorgen, verschaffen zwischen Trier und Koblenz Riesling, Spätburgunder & Co. ausgezeichnete Perspektiven.

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  • Sherry und Port aus dem alten Kloster
    20. Juni 2014
    Sherry und Port aus dem alten Kloster

    Oder: Die Mosel einmal anders!

    Wo die Südeifel das Moseltal trifft: Da liegt, oberhalb von Piesport, das Dorf Klausen. Dort gibt es nicht nur die Wallfahrtskirche, in der fromme Beter das Gnadenbild der Muttergottes verehren – es gibt auch eine Ruine, eine insgesamt gar nicht mal so alte, in der zu besseren Zeiten Schwestern aus dem beschaulichen Zweig des Dominikaner-Ordens gelebt haben. Die waren aber 2000 aus dem großen Gebäudekomplex in ein neues Haus bei Osnabrück umgezogen. Seither stand das Kloster leer und geriet in die Hände niederländischer Investoren, die hier einen Ferienpark anlegen wollten. Nichts tat sich wirklich, derweil der Zahn der Zeit den Bauten immer mehr zusetzte. Doch jetzt deuten alle Zeichen auf eine positive Wende hin: Lu Sanders, Winzer aus Osann-Monzel (www.weingut-sanders.de), kaufte den Niederländern die einstige Ordensniederlassung ab und will hier vor alle Getränke produzieren, die kaum jemand so direkt mit der Mosel in Verbindung bringt: Sherry und weißen Portwein nämlich. Die Ausgangsbasis bildet jeweils die wichtigste Rebsorte der Region: der Riesling.

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  • Zwischen Baden-Baden und Weil am Rhein
    30. April 2014
    Zwischen Baden-Baden und Weil am Rhein

    Feiner Mix von Mineralität und Fruchtigkeit.

    Sie ist die Schnur, die aus lauter einzelnen Perlen eine Kette macht: Seit 60 Jahren verbindet die Badische Weinstraße (www.badische-weinstrasse.de) Erzeuger von Rang und Orte von beinahe nicht mehr zu überbietender malerischer Lieblichkeit zwischen Baden-Baden und Weil am Rhein. Besonders der erste Abschnitt zwischen der seit mindestens 200 Jahren renommierten internationalen Kurstadt und dem rund 60 Kilometer weiter südlich gelegenen, ganz und gar vom Barock geprägten Ettenheim verschafft einen facettenreichen Eindruck von der vielfältigen Weinkultur in Deutschlands äußerstem Südwesten und sowie den pfiffigen Ansätzen der Winzer und Touristiker, diesem gesegneten Land zwischen Rhein und Schwarzwald national und international mehr Aufmerksamkeit zu sichern.

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