Flüsse der Genüsse – Eine kulinarische Entdeckungsreise
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Rund zehn Kilometer nördlich von Offenburg zweigt das Renchtal aus der Rheinebene ab. In der Nähe des Marktstädtchens Oberkirche herrschen nicht nur vom Klima, sondern auch vom Boden und dem Gelände her Grundlagen für den Weinbau. An den Hängen und auf günstigen Flachlagen wachsen Rote und Weiße, die die Oberkircher Winzergenossenschaft (WG) von der Traube übers Fass in die Flasche bringt und damit in wachsendem Maß über die eigene Region hinaus erfolgreich ist.
Württemberg ist Genossenschaftsland. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 85 Prozent der Traubenproduktion eines Jahres wird im Keller einer WG zum Wein ausgebaut. Württemberg ist aber auch ein Land der einzig-artigen Weine: Lemberger, Trollinger, aber auch der Schwarzriesling genießen rund um die Zentren Stuttgart und Heilbronn eine Verbreitung wie nirgendwo sonst. Diese Kultur mit „roten“ Stärken, in der Riesling und Kerner ein gewisses weißes Gegengewicht bilden, kennzeichnen Bodenständigkeit und Vielfalt. Dass Winzergenossenschaften primär für Massenware stehen, erweist sich hier rasch als Vorurteil.
Moselland ist Rieslingland – diese Botschaft hat sich inzwischen weltweit etabliert. Der im Glas goldgrün schimmernde Wein ist inzwischen ein weltweit gefragtes und im Inland nicht minder respektiertes Produkt. Den Erzeugern hat das Wissen darum ein gehöriges Selbstbewusstsein eingeimpft. In ihrer Heimat tief verwurzelt (was eigentlich schon wegen der ausgeprägten Terroir-Bezogenheit des Rieslings nicht anders sein kann), leben die Inhaber der Weingüter gleichermaßen von der Qualität wie von der Ausstrahlung ihres Produkts. Riesling hat Glamour, Riesling zieht an: Dieses Phänomen lässt sich nicht zuletzt den Gebäuden, in denen die Erzeugnisse der Winzer her- und dargestellt werden, ablesen.
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