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Mosel-Winzer setzen sich in Szene

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Moselland ist Rieslingland – diese Botschaft hat sich inzwischen weltweit etabliert. Der im Glas goldgrün schimmernde Wein ist inzwischen ein weltweit gefragtes und im Inland nicht minder respektiertes Produkt. Den Erzeugern hat das Wissen darum ein gehöriges Selbstbewusstsein eingeimpft. In ihrer Heimat tief verwurzelt (was eigentlich schon wegen der ausgeprägten Terroir-Bezogenheit des Rieslings nicht anders sein kann), leben die Inhaber der Weingüter gleichermaßen von der Qualität wie von der Ausstrahlung ihres Produkts. Riesling hat Glamour, Riesling zieht an: Dieses Phänomen lässt sich nicht zuletzt den Gebäuden, in denen die Erzeugnisse der Winzer her- und dargestellt werden, ablesen.

Spektakulärer Neubau: Johannes Schmitz' "Rebenhof" in Ürzig. Foto: Hahn

Der Mosel-Riesling und seine Erfolgsgeschichte stellen sich nicht zuletzt in der Architektur und im Umgang mit ihr dar. Während allenthalben noch Werbeaufschriften an den Häuserwänden und sorgfältig kalligraphierte Schilder den Charme von Vatis und Opas Mosel verströmen oder die Häuser gar den Eindruck erwecken, das jegliches Leben in ihrem Inneren weitgehend erstorben ist, wagen die ersten Winzer den Schritt in die Moderne. Johannes Schmitz aus Ürzig und der Architekt Friedhelm

Der Architekt: Friedhelm Schultheis. Foto Hahn

Schultheis zum Beispiel haben ein solches Unternehmen gewagt – und das auf einem mehr als schwierigen Terrain. Denn Schmitz treibt sein Gewerbe am Ende einer engen Straße am Abhang der renommierten Lage „Würzgarten“. Baumeister Schultheis, in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz ebenso zu Hause wie im Heimatdorf Burgen, das unweit von Bernkastel im Veldenzer Tal liegt, hat mit Hilfe der Bauarbeiter aus dem Rebhang neben Schmitz’ Elternhaus, dem „Rebenhof“ (www.rebenhof.de), eine relativ kleine Fläche regelrecht ausgestanzt. Die blaugraue Außenhaut und der goldene Schriftzug geben dem an und für sich nüchternen Flachbau eine starke, etwas zauberische Ausstrahlung. Wer mit dem Auto über die Bundesstraße auf Ürzig zufährt oder mit dem Ausflugsschiff daran vorbei schippert, kann gar nicht umhin, das aus dem Meer von Rebstöcken klar hervorstechende Gebäude und die klare Botschaft des Wortes „Rieslingmanufaktur“ zu bemerken.

Sieht barock aus, stammt aber aus dem 19. Jahrhundert: der Mönchhof. Foto: Moselwein

Klarheit und Anspruch: Durch seinen Neubau initiieren, inszenieren und positionieren sich die Bauherren Johannes und Doris Schmitz ganz deutlich. Dass sie Ambitionen haben und mit ihren Weinen weiter nach vorne wollen, zeigen die Eheleute mit ihrem realisierten Projekt ganz deutlich, nicht zuletzt auch durch die dazu gehörende, von der Innenarchitektion Monika Pawelke konzipierte Vinothek  – wie es auf seine Weise und dabei freilich ganz anders ihr örtlicher Kollege Robert Eymael mit seinem Weingut Mönchhof (www.moenchhof.de) nebst Gästehaus sowie dem von ihm gepachteten Betrieb Joh. Jos. Christoffel tut. Denn Eymael, der mit Auslesen aus dem Erdener Prälat und substanzreichen Weinen aus dem heimischen Würzgarten seine Stärken besonders im feinherben und süßen Bereich zeigt, präsentiert sich mit dem historisierenden Gutsgebäude aus dem 19. Jahrhundert, einst Drehort der ARD-Fernsehserie „Moselbrück“, und der ungleich moderneren Vinothek in dessen Hof als selbstbewusster Winzer mit einer gewissen Grandeur – und, bei aller Weltläufigkeit, mit lokalen Wurzeln. An Hinwendung zum Kunden fehlt es nicht: Wer hier seinen Vorrat ergänzen will, ist ebenso willkommen wie der, der auf das große Geschäft hinzielt.

Jugendstil in Trier: die heutige Produktionsstätte der Saar-Mosel-Winzersekt, ein früher Beton-Bau aus dem Jahre 1905. Foto: Hahn

Ein Juwel ganz eigener Art nennt Ökonomierat Adolf Schmitt, Winzer aus Konz-Filzen und Präsident der Mosel-Gebietsweinwerbung, sein Eigen: Die Halle an der Gilbertstraße unweit der Trierer Innenstadt, in der er mit seiner Firma „Saar-Mosel-Winzersekt“ (SMW) hochwertigen Schaumwein (www.smw-trier.de) produziert, ist von außen der pure Jugendstil. Schräg gegenüber dem alten jüdischen Friedhof der Stadt gelegen, zieht die 1905 als früher Beton-Bau errichtete und nach der Zerstörung durch britische Bomben am 23. Dezember 1944 neu erstandene Gebäude die Blicke der Passanten in der relativ engen Straße nicht nur durch die beiden auffälligen Ecktürme, sondern auch durch die in Blau-, Geld- und Goldtönen leuchtende, mit üppigem Rankenwerk dekorierte Fassade über dem breiten Torbogen die Blicken unwillkürlich auf sich – schon weil die Halle inmitten von gesichtslosen Häusern das einzige Stück Architektur mit einem ausgeprägten Charakter ist. Den zeigen Im Übrigen auch die SMW-Sekte. Kunststück: Schmitt und der heutige Kellermeister Peter Jostock gehören zu denen, die den Winzersekt als feste kulinarische Größe auf dem deutschen und internationalen Markt etabliert haben.

Unmittelbar am Moselufer gelegen: die sensibel überbaute Römerkelter von Erden. Foto: Hahn

Architektur drückt den Glanz des Rieslings aus – und das nicht nur, wenn es um das Produkt von heute oder gereifte Weine von gestern geht. Die Moselaner setzen auch da ihre Schätze geschickt in Szene, wenn es um die ferne Vergangenheit geht – zum Beispiel um die Zeit, zu der die Römer das Sagen hat und Trier die Hauptstadt des gesamten Reiches war. Die Erdener Kelter gehört zu einem runden Dutzend von Anlagen dieser Art. Mehr zufällig 1993 im Zuge einer Flurbereinigung ausgegraben, wird sie von einem Verein (www.foerderverein-roemerkelter.de) gehegt. Die typisch römische Fischgräten-Mauer, der gleichfalls dem Erdreich abgetrotzte Backofen und die Kelter selbst: Sie alle werden von einer Holzkonstruktion überspannt. Ein Versammlungsraum gehört gleichfalls dazu und kann, zum Beispiel für Wein-Verkostungen, angemietet werden.

Die Natur ist niemals weit: ein anderer Blick auf die Erdener Römerkelter. Foto: Hahn

Aber schon von der Landschaft her dürfte die Lage der Erdener Kelter ihresgleichen kaum kennen: Steil wie sonst selten ragen die Rebhänge direkt hinter dem Fundort in die Höhe – selten zeigt sich das mittlere Moseltal derart dramatisch. An diesem spannenden, zu den Sinnen sprechenden Ort haben die Mitglieder der Bürgerinitiative für eine Architektur gesorgt, die mit dem Material Holz Bodenständigkeit signalisiert und sich dabei nie in den Vordergrund drängt, sondern immer der Präsentation der antiken Funde dienlich verhält, dabei den natürlichen Energien von Licht und Luft Raum schafft. Und immer wieder fällt der Blick auf die Reben.

Moderne trifft Winzerbarock: Restaurant, Hotel und Weinhaus Becker im dörflichen Trierer Stadtteil Olewig. Foto: Moselwein

Doch nicht nur an Mosel, Saar und Ruwer gibt es Weinbau – auch in den Nebentälern von Osann-Monzel, Maring-Noviand und Trier-Olewig prägt der Riesling Natur, Menschen und Gebäude. In Olewig zum Beispiel sorgt der Neubau des Weinhauses Becker noch lange nach seiner Fertigstellung im Jahre 2008 für Furore. „Weg vom Winzerbarock“ lautete das Motto des Architektenbüros Stein + Hemmes (www.architekten-stein-hemmes.de). Den teils beliebigen, teils repräsentativen Bauten an der Dorfstraße setzt der neben dem ursprünglichen, sehr folkloristisch anmutenden Weinhaus mit einem schwarzen Kubus aus schwarzem Basalt, in dessen Innenraum eine konzentrierte, nachgerade sakrale Stimmung herrscht, einen kräftigen modernen Akzent entgegen. Den Ambitionen des Zwei-Sterne-Kochs Becker (www.beckers-trier.de) und seiner Material und Geschmack meditierenden Kunst schafft die Klarheit des Gebäudes, das Restaurant , Lounge und Designhotel in einem ist, angemessenen Ausdruck. Wie auf den Tellern, so herrscht auch in der Architektur ein spannendes, kongeniales Miteinander von Einfachheit und Komplexität.

Wer übrigens schon mal in Olewig ist, sollte unbedingt auch Sebastian Oberbillig und seinen Vater Albert im unweit gelegenen Deutschherren-Hof (www.weingut-deutschherrenhof.de) zur Weinprobe. Oberbillig, Vorsitzender des innovativen Jungwinzer-Netzwerks „Moseljünger“ (www.moseljuenger.de), zeigt seine Stärken vor allem im trockenen bis halbtrockenen Bereich. Aber nicht nur die Weine verdienen Respekt: In der Weinstube des Hauses gibt es ganz famosen, selbst gemachten Flammkuchen!

Mehr Informationen über die Region: Wein-bezogen unter www.weinland-mosel.de, touristisch unter www.mosellandtouristik.de

Von Christoph Hahn









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Von Christoph Hahn

Es soll Leute geben, denen schon Kilometer vor der Autobahnausfahrt Riegel die Spucke im Munde zusammenläuft. Denn Riegel ist die Ausfahrt für das malerische Städtchen Endingen am Kaiserstuhl. Und in Endingen, tief drin in Baden und nicht etwa in einer Großstadt, wirkt und wurstet Markus Dirr. Markus Dirr hat unter den deutschen Metzgern so etwa den Stellenwert wie unter den Köchen der Republik ein Harald Wohlfahrt oder ein Stefan Marquardt. Der ist wie Dirr ausgebildeter Fleischer und Koch in einer Person. Dirr (www.metzgerei-dirr.de) wiederum hat auch nicht immer gleich hinter der recht schmalen Verkaufstheke an der Königschaffhauser Straße mit Messer, Beil und anderen Instrumenten seines Handwerks hantiert. Der Endinger hat sich seinerseits zehn Jahre lang durch die besten Restaurants gekocht, und das in Frankreich, Italien, den USA und auf den Bermudas – unter anderem. Vor allem aber hat der Kaiserstühler immer seine Nase in den Wind gehalten und Gerüche wie Aromen aus der großen weiten Welt nach Endingen mitgebracht.
Dirr spielt in der Königsklasse mit, Dirr entwickelt traditionelle Produkte wie Schinken, Speck und Dauerwurst weiter, Dirr ist kreativ und beherrscht das Bodenständige ebenso wie das Weltläufige – und steht deshalb stellvertretend für so viele, die auf dem Kaiserstuhl flüssige oder bissfeste Leckereien an den Mann oder die Frau bringen. Durchaus bodenständig wirkt Thomas Landerer (www.weingut-landerer.de) aus Niederrotweil, der längst in einschlägigen Führern wie Gaullt-Millau und Eichelmann gute Bewertungen erntet und trotzdem in seinem „Weinbergsbummler“ mit 60 Sitzplätzen Touristen durch seine Weinberge fährt. Fast alle Genusshandwerker der Region glühen vor Leidenschaft; mit dem Erreichten begnügen sie sich noch lange nicht. Darum sind Leute wie Landerer so authentisch: Sie können, wie der Winzer mit seinem „LaSecco“, durchaus internationale Töne anschlagen und bezeugen dennoch mit ihren Burgundern (um die es am Kaiserstuhl hauptsächlich geht) das Land, auf dem die Trauben wachsen.
Das hält auch Landerers Mitbürger Lothar Koch so. Der Name hält, was er verspricht: Koch heißt nur so – er ist auch tatsächlich Koch, und zwar ein höchst origineller. In seinem Restaurant (www.gasthaus-zum-kaiserstuhl.de) in unmittelbarer Nähe zur Niederrotweiler Dorfkirche St. Michael bringt er hauptsächlich (aber nicht nur), was an Kräutern, Gemüse, Obst und Blüten in seinem Garten wächst und dehnt den Terroir-Gedanken vom Trink- aufs Essbare aus. Und was er hinzukauft, kommt überwiegend von regionalen Herstellern – der Ziegenkäse zum Beispiel von einen Aussteiger aus den Vogesen, der Topinambur-Schnaps von Bauer Otto Ihle aus dem Zwillingsdorf Oberrotweil.
Ambitionierte Anbieter gibt es am und auf dem Kaiserstuhl wahrlich genug – zum Beispiel das Weingut Bercher (www.weingutbercher.de) in Burkheim, eine beschaulichen „Städtle“ (bloß nicht von „Dorf“ reden) mit gerade mal 942 Einwohnern. Hier gibt es eine Vielzahl von Attraktionen wie das Fachwerk-„Haus zu den fünf Türmen“, das Rathaus mit dem vorderösterreichischen Wappen, die Kirche St. Pankratius und die Schlossruine am Rand des Ortskerns. Wer sich diese Idylle einmal besuchen will, sollte erwägen, die Dienste eines Führers (www.kaiserstuehler-gaestefuehrer.de) in Anspruch zu nehmen. Denn wer mit Einheimischen wie Regina Jenne die Schönheiten Burkheims betrachtet, sieht mehr. Die Kaiserstühler Gästeführer schärfen den Blick der Touristen für Dinge, die sie sonst nicht sehen – zum Beispiel dafür, dass die Berchers zwischen dem Kelterhaus vor dem Stadttor und ihrem Gutshaus von 1730 eine unterirdische Leitung verlegt haben. Denn Platz ist in Burkheim nun Mangelware – auch und gerade falls jemand wie die Berchers schon als Mitglied des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) einen gewissen Status besitzt und dabei noch mehr erreichen will. Vater Rainer Bercher steht jedenfalls schon mal an der Abfüllanlage oder packt Flaschen in Kartons, derweil sein Sohn Arne – der zusammen mit seinem Papa sowie dessen Bruder Eckhardt und seinem Sohn Martin die Verantwortung für das Gut trägt – mit dem Refraktometer den Zuckergehalt der ankommenden Trauben prüft, ansonsten aber sich um das Marketing kümmert. Solche Familienbetriebe, die sich innovativ und traditionell zugleich orientieren, sind es, die das „Ländle“ stark gemacht haben.
Burkheims Vorrat an Sehenswürdigkeiten ist mit dem Haus der Berchers und anderen architektonischen Kostbarkeiten noch lange nicht erschöpft. Eine andere Attraktion gibt es quasi im Doppelpack: Zwischen Ostern und dem 31. Oktober gibt es mittwochs und sonntags um 22 Uhr die Gelegenheit zum Nachtwächter-Rundgang ab Stadttor, detaillierte Erklärungen zur Historie und wohldosierte Deftigkeiten wie zum Beispiel der Exkurs über das Schenkelrecht inklusive. Ganz und gar nicht deftig geht es in dem knapp einen Kilometer vom Treffpunkt gelegenen Hotel Kreuz-Post zu, wo Patron Raner Gehr vor Beginn der Tour mit einem kreativ-regionalen „Nachwächtermenü“ aufwartet, Schnecken-Lasagne und Spätburgunder-Granité eingeschlossen (nähere Informationen: www.kreuz-post.de und www.burkheimer-nachtwaechter.de). Ein unbedingtes Muss zum Kaffee oder Espresso: der Sauerkirsch-Edelbrand von Senior Ernst Gehr. Nicht gerade zur nachtschlafenden Zeit hingegen
So klein Burkheim ist, so reich ist es an Kuriositäten. Denn es gibt in dem wie Nieder- und Oberrotweil zur Gemeinde Vogtsburg zählenden Ort auch noch Bernhard Maurer und sein Korkenzieher-Museum (www.korkenzieher.de), das mittwochs bis samstags zwischen 11 und 18 Uhr sowie nach telefonischger Vereinbarung unter 0163/7001242 geöffnet hat. Beim Kunststudium in Konstanz hat der heutige Inhaber eines Geschäftes für Design-Artikel und Galerist (unter anderem zeigt Maurer Arbeiten von Peter Gaymann und Tomi Ungerer) die erste Anregungen bekommen. Seither hat ihn das Thema nie mehr los gelassen. Heute gehören zu seinen Schätzen rund 1200 Korkenzieher, darunter außerordentlich kuriose Geräte mit Batterieantrieb und das älteste Subjekt, das vor rund 300 Jahren in England hergestellt wurde.
Ein Juwel von einem Städtchen ist aber auch das nahe gelegene Endingen (www.endingen.de), der Heimatort von Meister-Metzger Dirr. Nahrhaft geht es indes nicht nur in seinen Ladengeschäften, sondern auch beim Käserei-Museum in der Rempartstraße, nahe dem Bahnhof am Rande der Altstadt des im Zweiten Welrkrieg weitgehend unzerstört gebliebenen Endingen zu. Zwischen 1901 und 1948 hat hier Meister Seraphin Risch in Handarbeit diverse (Weich-)Käsesorten hergestellt. 30 weitere Jahre betrieben sein Sohn und dessen Frau an selber Stätte ein Milchgeschäft, bevor die Immobilie 1978 vermietet wurde. Doch dann gab es Gottseidank den Molkerei-Fachmann Konstantin Stöckle, der das Haus an der Rempartstraße der Vergessenheit entriss und nebst Mitstreitern dafür sorgte, dass allerlei Ausstellungsstücke in die Zeit erinnern, als Käse noch nicht eine weithin industriell gefertigte Massenware war. Geöffnet hat das einzigartige und bemerkenswerte Haus von Ostern bis November von 14 bis 17 Uhr sowie dienstags ab 18 Uhr (weitere Auskünfte: Kaiserstühler Verkehrsbüro, 07642/689990 bzw. info@endingen.de).
Doch damit der Attraktionen dieses beschaulichen und malerischen Kleinstadt-Idylle nicht genug: Ein Besuch in den Kirchen St. Peter und St. Martin sollte deshalb ebenso auf dem Programm stehen wie ein Spaziergang durch die Weinberge ringsum zum 492 Meter hohen Katharinenberg oder anderen Aussichtspunkten. Geschichtsbewussten Besuchern empfiehlt sich zudem das Vorderösterreich-Museum im Adelshof (hier ist die Tourist-Information untergebracht) und ein Besuch im (im Gegensatz zu Endingen evangelischen) Königschaffhausen mit seiner Winzergenossenschaft (www.koenigschaffhauser-weine.de) und ihren mehrfach preisgekrönten Produkten.
Ganz und gar nicht komplett ist ein Besuch am und auf dem Kaiserstuhl, wenn nicht Breisach auf dem Programm steht – nicht nur weil die Stadt am Rhein mit 14.000 Einwohnern (9000 davon im Kernbereich) der größte Ort des Gebietes. Breisach hat Touristen viel zu bieten, und seien es die Marktplatz-nahen Cafés Ihringer und Bechtel in der Unterstadt. Ganz in der Nähe liegt die Tourist-Info (www.breisach.de) nebst der vom ebenso sympathischen wie kompetenten Ehepaar Wetter geführten Vinothek. Und es nicht weit zur Sektkellerei Geldermann (www.geldermann.de) am Schlossberg, wo täglich um 14 Uhr (sonn- und feiertags nur von März bis Oktober; Eintrttsgeld: vier Euro) eine offene Führung (weitere können unter der Durchwahl 07667/834-258 vereinbart werden) stattfindet – Verkostung hinterher inbegriffen.
Die größte Kostbarkeit perlt jedoch nicht im Glas und ist für kein Geld der Welt zu haben: Das Breisacher Münster, St. Stephan geweiht, erhebt sich hoch über der Stadt und enthält diverse Kostbarkeiten, deren Wert sich auch Ungläubigen erschließt. Im Westbau finden sich die fesselnden, zwischen 1488 und 1491 entstandenen Wandbilder des in Breisach verstorbenen Malers Martin Schongauer, dessen Darstellungen des Jüngsten Gerichts Betrachter heute noch packen. Eine ähnliche Energie geht von dem 1526 vollendeten, geschnitzten Hauptaltar des nur unter seinem Kürzel „Meister H.L.“ auss, während der Schrein der heiligen Märtyrer Gervasius und Protasius die Kraft des Glaubens eher auf stille Weise bezeugt.
Bliebe noch der Badische Winzerkeller, draußen vor der Stadt in einem Gewerbegebiet gelegen, dort, wo sich die Gleise der Kaiserstuhlbahn von denen der Breisgau-S-Bahn trennen. Eine Führung zu Fuß und mit dem „Besucherbähnle“ (zu buchen via www.badischer-winzerkeller.de im Internet oder telefonisch unter 07667/900-270 bei Maria Reber vom Besucherservice) dokumentiert eindrucksvoll: Genossenschaften, selbst und gerade große wie der Winzerkeller mit 67 angeschlossenen Ortsgenossenschaften und um die 5000 zugehörigen Winzern, beherrschen die für den Lebensmitteleinzelhandel bestimmte Produktion im großen Rahmen ebenso wie den Roten oder Weißen für Endverbraucher Genossenschaften haben das Misstrauen, das ihnen vielfach noch entgegen gebracht wird, nicht verdient. Die Zeiten, da das oberste Gebot „Masse statt Klasse“ hieß, sind eh seit mindestens zehn Jahren vorbei. Das Sortiment ist vielgliedriger geworden. Und das der Verbraucher heute mehr über Wein weiß als zuvor, haben die Verantwortlichen inzwischen aufmerksam registriert.
Bliebe noch die Quartier-Frage. Im Luxus-Bereich gibt es kaum Möglichkeiten, von Franz Kellers legendärem „Schwarzen Adler“ (www.franz-keller.de) einmal abgesehen. Sehr gut bestückt ist der Kaiserstuhl mit guten bis sehr guten Gasthöfen wie dem „Hotel Bräutigam“ in unmittelbarer Nähe zur Winzergenossenschaft (www.winzergenossenschaft-ihringen.de) und zum Bahnhof von Ihringen an der Breisgau-S-Bahn. Außerordentlich originell von seiner Lage wie von seinem Patron her wirkt das Hotel Kapuzinergarten in Breisach (www.kapuzinergarten.de), das aus den Zimmern wie von der Terrasse und dem Restaurant mit seiner pfiffigen badisch-elsässischen Regionalküche seine Gästen einen unvergleichlichen Ausblick bietet. Einen subtilen Charme entfaltet das Landhaus Trautwein am Bahnhof von Oberrotweil: Sieht von außen auf den ersten Blick erst mal aus wie ein Gasthof von vielen, bietet jedoch im Inneren besonders in den hohe Zimmern mit ihren Bodenbrettern ein spannendes Zusammnspiel von alter Design und moderner Substanz. Bodenständig und modern zugleich: das schon erwähnte „Kreuz-Post“ in Burkheim. Wer dann noch Alternativen sucht, ist mit der regionalen Touristik-Website www.kaiserstuhl.cc gut beraten. Diese Internet-Seite bietet zudem eine ganze Schatzkiste voll mit Informationen über diese vom lieben Gott verwöhnten Gegend Deutschlands.

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