Flüsse der Genüsse – Eine kulinarische Entdeckungsreise
Schlagwörter
Artikel Kalender
Seite hinzugefügt August 31, 2011
Von Christoph Hahn
Wenige Kilometer nur sind es vom Rhein bei Remagen – dann verengt sich kurz vor Heimersheim das Tal der Ahr. Rebhänge machen sich breit oder ducken sich, auf kleine Terrassen verteilt, an die aufsteigenden Flanken der Eifel. Eng ist es hier bisweilen. Das Klima und die Stimmung im Tal wirken ungeheuer dicht und bestimmen die Eigenart im mit einer Fläche von rund 550 Hektar größten geschlossenen Anbaugebiet für Rotwein.

Durch kaum etwas zu toppen: der Blick hinunter ins Ahrtal, hier von der Terrasse des Försterhofs oberhalb von Dernau. Fotos: Christoph Hahn
Denn die Ahr ist Spätburgunderland – auch wenn Rieslinge von hier jetzt Preise einheimsen. Wer sich hier für den Wein (www.ahrwein.de) und sein kulturell-touristisches Umfeld (www.ahrtal.de) engagiert, tut das meist aus Leidenschaft. Die Passion für Früh- und Spätburgunder ist hier förmlich mit Händen zu greifen – nicht zuletzt bei Ludwig Kreuzberg, der seinen dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) angeschlossenen Betrieb (www.weingut-kreuzberg.de) direkt am Bahnhof von Dernau unterhält. 1953 vom Senior, der sich als fröhlicher Gitarrenspieler bis in die besten Kreise der damaligen Bundeshauptstadt Bonn hinein musizierte, gegründet, umfasst dieses Gut heute 8,5 Hektar mit Parzellen in den besten Lagen wie zum Beispiel Dernauer Pfarrwingert und Neuenahrer Schieferlay.
Mit dem Ansehen, die normalerweise einem VDP-Weingut anhaften, lassen es der sympathische Chef von heute und seine Familie aber nicht genug sein: Sie verkaufen nach wie vor gerne und überwiegend an Privatkunden, die sie auch in ihrer kleinen Straußwirtschaft und der angenehmen Pension begrüßen. Ludwig Kreuzbergs Kerngeschäft bleiben jedoch Keller und Wingert. Und was Letzteren betrifft, ist er nicht wenig stolz darauf, dass sechs Hektar seiner Gesamtfläche sich „in Steil- und Steilstlagen“ befinden. Die Weine aus sieben Lagen sind gar als „Große Gewächse“ gemäß den Richtlinien des VDP klassifiziert. Den Löwenanteil an der Produktion stellt mit 74 Prozent oder um die 35.000 Litern jährlich der Spätburgunder. Von dieser Menge werden wiederum zwischen zehn und 20 Prozent durch Saftabzug zu „weißem Roten“, zu duftigen Blancs des Noirs. Neben den Burgundern steht übrigens noch eine Sorte auf der Lieferliste der Kreuzbergs: Als Erste an der Ahr pflanzen sie Cabernet Sauvignon an und zählen damit zu den nördlichsten Anbauern auf der Welt. Ein schmackhafter Weißburgunder und der Riesling des Hauses zeigen aber, dass es der Herr des Hauses, ein begeisterter Borussia-Mönchengladbach-Fan, es auch hier drauf hat.

Ein Mann wie seine Weine: Der Dernauer Winzer Ludwig Kreuzberg wirkt unverwechselbar rheinisch. Für seine Spätburgunder gilt das mindestens ebenso sehr.
Im Zentrum der Kernkompetenz beim Spätburgunder steht der Unplugged, ein unfiltrierter Roter mit tiefgründigen Kirscharomen. Damit will Ludwig Kreuzberg die geradlinige Art seines Stils dartun, bezeichnet er doch lapidar und tiefstaplerisch als „aus Trauben und ohne technische Hilfsmittel gemacht“. Im Übrigen gilt aber auch: „Einer heißt so, alle sind so.“

Origineller Kopf: Klaus Förster in der Vinothek seines Weinguts, dessen Architektur an die Stilistik von Gaudí und Hundertwasser erinnert.
Das Reservoir der Ahr, mit einer Gesamtfläche von rund 550 Hektar eines der kleineren deutschen Anbaugebiete, an Winzern mit Fachkenntnis und Originalität ist damit aber noch lange nicht erschöpft. Der Försterhof der Gebrüder Klaus (Jahrgang 1964) und Bernd (1957) Förster hoch über Dernau ist ein Ort, der diese Originalität schon durch seine Architektur zeigt: Das Gebäude wirkt, als sei es von dem Katalanen Antonio Gaudí und dem Österreicher Friedensreich Hundertwasser gemeinsam entworfen worden. Ein weiteres Plus, von den naturnah erzeugten Weinen einmal abgesehen: Zum Försterhof gehört ein Café-Restaurant (unbedingt den Apfelkuchen nach Omas Art probieren!), von deren Terrasse direkt am Rotweinwandersteig (www.rotweinwanderweg.de) der Gast einen unschlagbaren guten Ausblick in das Tal und auf die Rebhänge genießt.

Mixt Innovation mit Tradition: Verkaufsleiter Rudolf Stodden vor dem ältesten Fass der Winzergenossenschaft Mayschoß, das nur unwesentliche 25 Jahre jünger ist als die 1868 ins Leben gerufene WG.
Mit dem an Pflanzen und anderen Elementen der Natur inspirierten Bau des Försterhofes kann und will die nachweislich älteste deutsche Winzergenossenschaft, die von Mayschoß (www.wg-mayschoss.de), die aus dem Jahr 1868 datiert, nicht konkurrieren. Gleichwohl wissen Verkaufsleiter Rudolf Stodden sowie Geschäftsführer Rudolf Mies und Kellermeister Rolf Münster genau um die Stärken der 420 Mitgliedern mit einer Anbaufläche von 140 Hektar, zu den neben den Mayschoßern und den Kollegen aus Altenahr seit kurzem auch Erzeuger aus Walporzheim gehören. Einen knackigen „Klassiker Riesling“ gibt es hier und – wie bei Kreuzberg – sind Weißburgunder und Blanc de Noir nicht zu verachten. Aber obgleich der Riesling den WG-Genossen bei Wettbewerben den Respekt der Preisrichter eingebracht hat, sind die Spätburgunder. Bei dem einen ist der Name das Programm: „XII Trauben“ weist auf die Qualitätspolitik der WG, zu der auch ein nicht gerade kleines Museum gehört hin, die sich für die Mitglieder im wahrsten Sinne auszahlen soll. Zwölf Trauben dürfen maximal an einem Rebstock hängen – sonst gibt es statt des Bonus satte Abschläge. Klasse statt Masse: Der Trend hat sich in und um Mayschoß durchgesetzt. Es gibt im Übrigen hier noch einen Flagschiff-Spätburgunder: die „Edition Ponsart“, benannt nach einem Maler aus dem ostbelgischen Städtchen Malmedy, dessen Motive aus dem Ahrtal jede Flasche schmücken. Vom Typus her wirken beide Weine ähnlich wie die Menschen der Region: Variantenreich wie der Tonfall des Dialekts trinken sich die Weine. Sie zeichnet eine Vielfalt an Kirsch- und schwarzbeerigen Töne aus. Hinzu kommt noch fast die ganze Palette von Speckpflaume, Rauch und knorrigem Holz. Das macht sie unverwechselbar: Dieser Wein spricht Rheinisch.
Freilich gibt es hier nicht nur Probierstuben und Straußwirtschaften. Wer schon mal an der Ahr ist, sollte sich ohne falsche Scham in den historischen Räumen des Ahr-Resorts (www.ahr-resort.de – Massage-Termine können online gebucht werden) und in der durch einen unterirdischen Gang damit verbundenen Therme verwöhnen lassen. Eine spannende Entdeckungsreise in die jüngere Vergangenheit verspricht schließlich der Besuch in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker (www.regbu.de), die sich bis auf den Eingangsbereich ganz unter der Erde befindet. Ein rares Ding, denn der Atomschutzbunker, gebaut für die Bundesregierung und ihr zuarbeitende Bürokraten, wurde eingerichtet für einen Krieg, der dann doch nicht kam – und zwar in einem Tunnel einer Eisenbahnstrecke, die im Ersten

Hier ist Schluss: Nur ein kleiner Teil des heutigen Dokumentationszentrums Regierungsbunker bei Ahrweiler wurde für die Nachwelt erhalten. Über den Rest fiel nach dem Rückbau des immensen unterirdischen Komplexes das Dunkel der Geschichte.
Weltkrieg begonnen, aber nie fertiggestellt wurde. 1971 in voller Größe – von den ehemals 17,3 Kilometern Strecke sind nach dem Rückbau zwischen 2001 und 2006 indes nur noch 203 Meter erhalten geblieben – zeigt den Kalten Krieg von seiner absurden bis skurrilen Seite. Elektrokarren für den Transport der Belegschaft, das Sitzungszimmer des Kabinetts mit fliederfarbenen Sessel und das Wohnzimmer des Herrn Bundespräsidenten mit Feldbett und Badewanne – alles wurde ebenso erhalten wie der Behandlungsstuhl des Zahnarztes mit fußgetriebenem Bohrer und der unterirdische Friseursalon.

Auch das gibt's noch im unterirdischen Dokumentationszentrum: ein Elektrokarren mit Anhängern für den Transport der Belegschaft im ehemaligen Regierungsbunker des Bonner Kabinetts.
Ähnliche Artikel
Schlagzeilen
Auch noch zu lesen
Schlaraffenland am KaiserstuhlVon Christoph Hahn
Es soll Leute geben, denen schon Kilometer vor der Autobahnausfahrt Riegel die Spucke im Munde zusammenläuft. Denn Riegel ist die Ausfahrt für das malerische Städtchen Endingen am Kaiserstuhl. Und in Endingen, tief drin in Baden und nicht etwa in einer Großstadt, wirkt und wurstet Markus Dirr. Markus Dirr hat unter den deutschen Metzgern so etwa den Stellenwert wie unter den Köchen der Republik ein Harald Wohlfahrt oder ein Stefan Marquardt. Der ist wie Dirr ausgebildeter Fleischer und Koch in einer Person. Dirr (www.metzgerei-dirr.de) wiederum hat auch nicht immer gleich hinter der recht schmalen Verkaufstheke an der Königschaffhauser Straße mit Messer, Beil und anderen Instrumenten seines Handwerks hantiert. Der Endinger hat sich seinerseits zehn Jahre lang durch die besten Restaurants gekocht, und das in Frankreich, Italien, den USA und auf den Bermudas – unter anderem. Vor allem aber hat der Kaiserstühler immer seine Nase in den Wind gehalten und Gerüche wie Aromen aus der großen weiten Welt nach Endingen mitgebracht.
Dirr spielt in der Königsklasse mit, Dirr entwickelt traditionelle Produkte wie Schinken, Speck und Dauerwurst weiter, Dirr ist kreativ und beherrscht das Bodenständige ebenso wie das Weltläufige – und steht deshalb stellvertretend für so viele, die auf dem Kaiserstuhl flüssige oder bissfeste Leckereien an den Mann oder die Frau bringen. Durchaus bodenständig wirkt Thomas Landerer (www.weingut-landerer.de) aus Niederrotweil, der längst in einschlägigen Führern wie Gaullt-Millau und Eichelmann gute Bewertungen erntet und trotzdem in seinem „Weinbergsbummler“ mit 60 Sitzplätzen Touristen durch seine Weinberge fährt. Fast alle Genusshandwerker der Region glühen vor Leidenschaft; mit dem Erreichten begnügen sie sich noch lange nicht. Darum sind Leute wie Landerer so authentisch: Sie können, wie der Winzer mit seinem „LaSecco“, durchaus internationale Töne anschlagen und bezeugen dennoch mit ihren Burgundern (um die es am Kaiserstuhl hauptsächlich geht) das Land, auf dem die Trauben wachsen.
Das hält auch Landerers Mitbürger Lothar Koch so. Der Name hält, was er verspricht: Koch heißt nur so – er ist auch tatsächlich Koch, und zwar ein höchst origineller. In seinem Restaurant (www.gasthaus-zum-kaiserstuhl.de) in unmittelbarer Nähe zur Niederrotweiler Dorfkirche St. Michael bringt er hauptsächlich (aber nicht nur), was an Kräutern, Gemüse, Obst und Blüten in seinem Garten wächst und dehnt den Terroir-Gedanken vom Trink- aufs Essbare aus. Und was er hinzukauft, kommt überwiegend von regionalen Herstellern – der Ziegenkäse zum Beispiel von einen Aussteiger aus den Vogesen, der Topinambur-Schnaps von Bauer Otto Ihle aus dem Zwillingsdorf Oberrotweil.
Ambitionierte Anbieter gibt es am und auf dem Kaiserstuhl wahrlich genug – zum Beispiel das Weingut Bercher (www.weingutbercher.de) in Burkheim, eine beschaulichen „Städtle“ (bloß nicht von „Dorf“ reden) mit gerade mal 942 Einwohnern. Hier gibt es eine Vielzahl von Attraktionen wie das Fachwerk-„Haus zu den fünf Türmen“, das Rathaus mit dem vorderösterreichischen Wappen, die Kirche St. Pankratius und die Schlossruine am Rand des Ortskerns. Wer sich diese Idylle einmal besuchen will, sollte erwägen, die Dienste eines Führers (www.kaiserstuehler-gaestefuehrer.de) in Anspruch zu nehmen. Denn wer mit Einheimischen wie Regina Jenne die Schönheiten Burkheims betrachtet, sieht mehr. Die Kaiserstühler Gästeführer schärfen den Blick der Touristen für Dinge, die sie sonst nicht sehen – zum Beispiel dafür, dass die Berchers zwischen dem Kelterhaus vor dem Stadttor und ihrem Gutshaus von 1730 eine unterirdische Leitung verlegt haben. Denn Platz ist in Burkheim nun Mangelware – auch und gerade falls jemand wie die Berchers schon als Mitglied des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) einen gewissen Status besitzt und dabei noch mehr erreichen will. Vater Rainer Bercher steht jedenfalls schon mal an der Abfüllanlage oder packt Flaschen in Kartons, derweil sein Sohn Arne – der zusammen mit seinem Papa sowie dessen Bruder Eckhardt und seinem Sohn Martin die Verantwortung für das Gut trägt – mit dem Refraktometer den Zuckergehalt der ankommenden Trauben prüft, ansonsten aber sich um das Marketing kümmert. Solche Familienbetriebe, die sich innovativ und traditionell zugleich orientieren, sind es, die das „Ländle“ stark gemacht haben.
Burkheims Vorrat an Sehenswürdigkeiten ist mit dem Haus der Berchers und anderen architektonischen Kostbarkeiten noch lange nicht erschöpft. Eine andere Attraktion gibt es quasi im Doppelpack: Zwischen Ostern und dem 31. Oktober gibt es mittwochs und sonntags um 22 Uhr die Gelegenheit zum Nachtwächter-Rundgang ab Stadttor, detaillierte Erklärungen zur Historie und wohldosierte Deftigkeiten wie zum Beispiel der Exkurs über das Schenkelrecht inklusive. Ganz und gar nicht deftig geht es in dem knapp einen Kilometer vom Treffpunkt gelegenen Hotel Kreuz-Post zu, wo Patron Raner Gehr vor Beginn der Tour mit einem kreativ-regionalen „Nachwächtermenü“ aufwartet, Schnecken-Lasagne und Spätburgunder-Granité eingeschlossen (nähere Informationen: www.kreuz-post.de und www.burkheimer-nachtwaechter.de). Ein unbedingtes Muss zum Kaffee oder Espresso: der Sauerkirsch-Edelbrand von Senior Ernst Gehr. Nicht gerade zur nachtschlafenden Zeit hingegen
So klein Burkheim ist, so reich ist es an Kuriositäten. Denn es gibt in dem wie Nieder- und Oberrotweil zur Gemeinde Vogtsburg zählenden Ort auch noch Bernhard Maurer und sein Korkenzieher-Museum (www.korkenzieher.de), das mittwochs bis samstags zwischen 11 und 18 Uhr sowie nach telefonischger Vereinbarung unter 0163/7001242 geöffnet hat. Beim Kunststudium in Konstanz hat der heutige Inhaber eines Geschäftes für Design-Artikel und Galerist (unter anderem zeigt Maurer Arbeiten von Peter Gaymann und Tomi Ungerer) die erste Anregungen bekommen. Seither hat ihn das Thema nie mehr los gelassen. Heute gehören zu seinen Schätzen rund 1200 Korkenzieher, darunter außerordentlich kuriose Geräte mit Batterieantrieb und das älteste Subjekt, das vor rund 300 Jahren in England hergestellt wurde.
Ein Juwel von einem Städtchen ist aber auch das nahe gelegene Endingen (www.endingen.de), der Heimatort von Meister-Metzger Dirr. Nahrhaft geht es indes nicht nur in seinen Ladengeschäften, sondern auch beim Käserei-Museum in der Rempartstraße, nahe dem Bahnhof am Rande der Altstadt des im Zweiten Welrkrieg weitgehend unzerstört gebliebenen Endingen zu. Zwischen 1901 und 1948 hat hier Meister Seraphin Risch in Handarbeit diverse (Weich-)Käsesorten hergestellt. 30 weitere Jahre betrieben sein Sohn und dessen Frau an selber Stätte ein Milchgeschäft, bevor die Immobilie 1978 vermietet wurde. Doch dann gab es Gottseidank den Molkerei-Fachmann Konstantin Stöckle, der das Haus an der Rempartstraße der Vergessenheit entriss und nebst Mitstreitern dafür sorgte, dass allerlei Ausstellungsstücke in die Zeit erinnern, als Käse noch nicht eine weithin industriell gefertigte Massenware war. Geöffnet hat das einzigartige und bemerkenswerte Haus von Ostern bis November von 14 bis 17 Uhr sowie dienstags ab 18 Uhr (weitere Auskünfte: Kaiserstühler Verkehrsbüro, 07642/689990 bzw. info@endingen.de).
Doch damit der Attraktionen dieses beschaulichen und malerischen Kleinstadt-Idylle nicht genug: Ein Besuch in den Kirchen St. Peter und St. Martin sollte deshalb ebenso auf dem Programm stehen wie ein Spaziergang durch die Weinberge ringsum zum 492 Meter hohen Katharinenberg oder anderen Aussichtspunkten. Geschichtsbewussten Besuchern empfiehlt sich zudem das Vorderösterreich-Museum im Adelshof (hier ist die Tourist-Information untergebracht) und ein Besuch im (im Gegensatz zu Endingen evangelischen) Königschaffhausen mit seiner Winzergenossenschaft (www.koenigschaffhauser-weine.de) und ihren mehrfach preisgekrönten Produkten.
Ganz und gar nicht komplett ist ein Besuch am und auf dem Kaiserstuhl, wenn nicht Breisach auf dem Programm steht – nicht nur weil die Stadt am Rhein mit 14.000 Einwohnern (9000 davon im Kernbereich) der größte Ort des Gebietes. Breisach hat Touristen viel zu bieten, und seien es die Marktplatz-nahen Cafés Ihringer und Bechtel in der Unterstadt. Ganz in der Nähe liegt die Tourist-Info (www.breisach.de) nebst der vom ebenso sympathischen wie kompetenten Ehepaar Wetter geführten Vinothek. Und es nicht weit zur Sektkellerei Geldermann (www.geldermann.de) am Schlossberg, wo täglich um 14 Uhr (sonn- und feiertags nur von März bis Oktober; Eintrttsgeld: vier Euro) eine offene Führung (weitere können unter der Durchwahl 07667/834-258 vereinbart werden) stattfindet – Verkostung hinterher inbegriffen.
Die größte Kostbarkeit perlt jedoch nicht im Glas und ist für kein Geld der Welt zu haben: Das Breisacher Münster, St. Stephan geweiht, erhebt sich hoch über der Stadt und enthält diverse Kostbarkeiten, deren Wert sich auch Ungläubigen erschließt. Im Westbau finden sich die fesselnden, zwischen 1488 und 1491 entstandenen Wandbilder des in Breisach verstorbenen Malers Martin Schongauer, dessen Darstellungen des Jüngsten Gerichts Betrachter heute noch packen. Eine ähnliche Energie geht von dem 1526 vollendeten, geschnitzten Hauptaltar des nur unter seinem Kürzel „Meister H.L.“ auss, während der Schrein der heiligen Märtyrer Gervasius und Protasius die Kraft des Glaubens eher auf stille Weise bezeugt.
Bliebe noch der Badische Winzerkeller, draußen vor der Stadt in einem Gewerbegebiet gelegen, dort, wo sich die Gleise der Kaiserstuhlbahn von denen der Breisgau-S-Bahn trennen. Eine Führung zu Fuß und mit dem „Besucherbähnle“ (zu buchen via www.badischer-winzerkeller.de im Internet oder telefonisch unter 07667/900-270 bei Maria Reber vom Besucherservice) dokumentiert eindrucksvoll: Genossenschaften, selbst und gerade große wie der Winzerkeller mit 67 angeschlossenen Ortsgenossenschaften und um die 5000 zugehörigen Winzern, beherrschen die für den Lebensmitteleinzelhandel bestimmte Produktion im großen Rahmen ebenso wie den Roten oder Weißen für Endverbraucher Genossenschaften haben das Misstrauen, das ihnen vielfach noch entgegen gebracht wird, nicht verdient. Die Zeiten, da das oberste Gebot „Masse statt Klasse“ hieß, sind eh seit mindestens zehn Jahren vorbei. Das Sortiment ist vielgliedriger geworden. Und das der Verbraucher heute mehr über Wein weiß als zuvor, haben die Verantwortlichen inzwischen aufmerksam registriert.
Bliebe noch die Quartier-Frage. Im Luxus-Bereich gibt es kaum Möglichkeiten, von Franz Kellers legendärem „Schwarzen Adler“ (www.franz-keller.de) einmal abgesehen. Sehr gut bestückt ist der Kaiserstuhl mit guten bis sehr guten Gasthöfen wie dem „Hotel Bräutigam“ in unmittelbarer Nähe zur Winzergenossenschaft (www.winzergenossenschaft-ihringen.de) und zum Bahnhof von Ihringen an der Breisgau-S-Bahn. Außerordentlich originell von seiner Lage wie von seinem Patron her wirkt das Hotel Kapuzinergarten in Breisach (www.kapuzinergarten.de), das aus den Zimmern wie von der Terrasse und dem Restaurant mit seiner pfiffigen badisch-elsässischen Regionalküche seine Gästen einen unvergleichlichen Ausblick bietet. Einen subtilen Charme entfaltet das Landhaus Trautwein am Bahnhof von Oberrotweil: Sieht von außen auf den ersten Blick erst mal aus wie ein Gasthof von vielen, bietet jedoch im Inneren besonders in den hohe Zimmern mit ihren Bodenbrettern ein spannendes Zusammnspiel von alter Design und moderner Substanz. Bodenständig und modern zugleich: das schon erwähnte „Kreuz-Post“ in Burkheim. Wer dann noch Alternativen sucht, ist mit der regionalen Touristik-Website www.kaiserstuhl.cc gut beraten. Diese Internet-Seite bietet zudem eine ganze Schatzkiste voll mit Informationen über diese vom lieben Gott verwöhnten Gegend Deutschlands.
Weitere Geschichten
Silvaner aus dem stillen TalHAVE YOUR SAY
SELECTABLE PROMOTIONAL BLOCK
Weitere Überschriften