Flüsse der Genüsse – Eine kulinarische Entdeckungsreise
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Müßiggang, Müßiggang mit M, M wie Mosel. Mögen auch hier Touristenschwärme durch Trier und Bernkastel mit beängstigender Geschwindigkeit wandern – nur wenige Landschaften eignen sich so für die Entschleunigung wie das Leben entlang der Mosel, weil sie selbst das ist, was das Leben im günstigsten Fall ist: ein langer ruhiger Fluss. Das gilt für die Menschen, das gilt für den Fluss, der sich die Menschen anverwandelt, das gilt aber auch für den Wein, der an den Ufern entsteht. Den kann der, der sein Freund will, jung trinken – aber er muss es nicht.
Moselland ist Rieslingland – diese Botschaft hat sich inzwischen weltweit etabliert. Der im Glas goldgrün schimmernde Wein ist inzwischen ein weltweit gefragtes und im Inland nicht minder respektiertes Produkt. Den Erzeugern hat das Wissen darum ein gehöriges Selbstbewusstsein eingeimpft. In ihrer Heimat tief verwurzelt (was eigentlich schon wegen der ausgeprägten Terroir-Bezogenheit des Rieslings nicht anders sein kann), leben die Inhaber der Weingüter gleichermaßen von der Qualität wie von der Ausstrahlung ihres Produkts. Riesling hat Glamour, Riesling zieht an: Dieses Phänomen lässt sich nicht zuletzt den Gebäuden, in denen die Erzeugnisse der Winzer her- und dargestellt werden, ablesen.
Unverwechselbar, wurzelecht, knorrig und dabei weltläufig: Viele Begriffe werden auf die Mosel und ihr berühmtestes Produkt, den Wein, hin angewendet und treffen auch zu. Touristiker, Winzer und andere Gestalter der Region angetreten, mit der so genannten „Dachmarke Mosel“ für Begriffssicherheit und Qualitätsstandards zu sorgen. Ein goldenes M, dessen Linien so mäandern wie die Schleifen des Flusses zwischen Trier und Cochem, verknappt die Eigenheiten der Region zu einem griffige Bild und dient zugleich als Echtheitszertifikat, das für die Authentizität und den Willen der Gastgeber (um die geht es hauptsächlich) bürgt, es ihren Gästen schön zu machen.
Der Berg ruft – auch wenn er gar nicht von Eis, sondern mit Weinreben bedeckt ist. Wer diesen Ruf vernimmt, der muss ihm folgen, selbst wenn die Plackerei am steilen Hang noch so schwer ist. Denn im Umgang mit den Trauben und dem, was daraus wird, steckt heute wieder Magie – nicht zuletzt, weil Riesling und andere Gewächse aus Deutschland wieder zu weltweit gefragten Exportprodukten geworden sind. Dieser Zauber erreicht und berührt auch Menschen, die von Hause aus mit Reben, Stahltanks und Fässern nichts zu tun haben, und bringt Banker, Broker, Elektriker und andere Fachleute dazu, den Beruf zu wechseln. Mag auch das Risiko des Scheiterns groß sein und der Wein vom Winzer ein großes Maß an Hingabe verlangen: Besonders an Mosel, Saar und Ruwer gehen gleich mehrere Quereinsteiger dieses Wagnis ein.
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Hundert Prozent Öko, hundert Prozent Mosel: Timo Dienhart und seine merk-würdigen RieslingeMögen Winzer auch noch so ausgeprägte Individuen sein: Timo Dienhart aus Maring-Noviand ist immer auch anders. Der junge Mann aus dem Ort im Liesertal, das unweit von Bernkastel-Kues (Orte mit Bindestrich sind in dieser Region nicht gerade selten) an das der Mosel stößt, gehört mit seinem Weingut Zur Römerkelter (www.roemerkelter.de) zu den profilierten ökologischen Erzeugern der Region. Was sein Vater 1977 begonnen hat, führt der Sohn heute konsequent und von großer Überzeugungskraft getragen weiter.
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