Flüsse der Genüsse – Eine kulinarische Entdeckungsreise
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Von Rudolf May kann der Besucher auch schon mal ziemlich radikale Sätze zu hören bekommen. Zum Beispiel den: „Meine Silvaner sind nicht nur fränkisch trocken.“ Will sagen: Trocken (Restzucker bis zu neun Gramm pro Liter) oder fränkisch trocken, die auf maximal vier Gramm pro Liter begrenzte regionale Variante, ist ihm nicht genug. Das gilt nicht für den fränkischsten aller Weine: Sein 2008er Spätburgunder vom Retzbacher Benediktusberg aus der Premium-Linie „Recis“ hat gerade mal noch 0,1, der 2007er immerhin noch 0,5 Gramm Restsüße. Den Boden, auf dem er wächst, authentisch ausdrücken und dazu noch knochentrocken ins Glas fließen: Das ist das Ideal des Winzers, der sein Gut (www.weingut-may.de) in einem Seitental des Mains etwas mehr als 20 Kilometer nördlich von Würzburg, in Retzstadt, betreibt.
Der Weinfreund braucht noch nicht einmal die Flasche entkorkt zu haben, um zu wissen, dass das Objekt seines Interesses aus Franken kommt. Denn Franken ist Bocksbeutel-Land. Wie sonst nur rund um Baden-Baden und im Tauberland, so gilt die Flasche als Ausweis der Identität. Doch Franken ist mehr, ungleich mehr als das Land von Bocksbeutel (in den jedoch nur rund 40 Prozent der Wein gefüllt werden) und Silvaner.
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Hundert Prozent Öko, hundert Prozent Mosel: Timo Dienhart und seine merk-würdigen RieslingeMögen Winzer auch noch so ausgeprägte Individuen sein: Timo Dienhart aus Maring-Noviand ist immer auch anders. Der junge Mann aus dem Ort im Liesertal, das unweit von Bernkastel-Kues (Orte mit Bindestrich sind in dieser Region nicht gerade selten) an das der Mosel stößt, gehört mit seinem Weingut Zur Römerkelter (www.roemerkelter.de) zu den profilierten ökologischen Erzeugern der Region. Was sein Vater 1977 begonnen hat, führt der Sohn heute konsequent und von großer Überzeugungskraft getragen weiter.
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